Kontrovers: Nazis beim Arbeitgeber outen – Eine Blockwart-Mentalität

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Stop: Keine Selbstjustiz bei Nazi-Kommentare
Stop: Keine Selbstjustiz bei Nazi-Kommentare

In letzter Zeit kam es wurde mehrere Fälle von besonders ekelerregenden Handlungen im echten Leben und in Postings auf Facebook bekannt. Digitale Hetze gegen den toten Vertriebenkind Aylan oder Nazis die in ihrem Herrenmenschenwahn auf Kinder pinkeln sind hier zwei bekannte Beispiele im Meer der Vorfälle. Ist der Inhalt der Nachrichten auf Facebook strafbar, weil er beispielsweise konkrete zu Straftaten aufruft, ist eine Strafanzeige der richtige Weg. Aber auch nur in solchen Fällen. Das zum Beispiel die Täter der beiden oben erwähnten Taten von der Springerpresse geoutet wurden, ihre Bilder auf Faceook und Titelseiten veröffentlicht werden und Arbeitgeber folgenreich informiert werden, mag eine klammheimliche Freude hervorrufen. Nichtsdestotrotz stellen sie eine massive Verletzung der Persönlichkeitsrechte dar. Auch Arschlöcher haben Bürgerrechte. So verabscheuungswürdig ihre Taten oder Aussagen auch sein mögen, in einem Rechtsstaat ist es Aufgabe der Gerichte zu urteilen. Auch wenn es uns widerstrebt, wir müssen anerkennen dass auch der Strafrahmen hier überschaubar ist und genau so sein muss. Es war kein Mord, keine Vergewaltigung und auch keine Körperverletzung und kann deswegen auch nicht so hart wie diese bestraft werden. Eine strafrechtliche Verfolgung rein aufgrund von ausgesprochenen Gedanken und Meinungen ist aus gutem Grund in unserem Land kaum möglich und das ist auch verdammt gut so. Ebenso wenig legitim ist Selbstjustiz. Wer sich hier selbst zum Richter aufschwingt und bestraft mag sich im Recht fühlen, aber das macht es nicht kompatibel mit unserem Rechtsstaat.

Der bekannte Anwalt Udo Vetter hat sich in einem Vize Interview zu diesem Thema geäußert. Er sagt beispielsweise zum Thema beim Arbeitgeber verpetzen klar seine Meinung, aber am Besten lest ihr einfach das ganze Interview:

Boselager: Man sieht gerade sehr oft Posts von Leuten, die solche Kommentare kopieren und an die Arbeitgeber der Verfasser schicken—mit der Aufforderung, die Leute rauszuwerfen. Wie beurteilen sie das?

Vetter: Finde ich entsetzlich. Das ist aus meiner Sicht eine Blockwart-Mentalität, die ich verabscheuungswürdig finde. Da wird doch auf übelste Art und Weise den Leuten hintenrum einer reingewürgt. Was soll denn der Effekt sein? Sollen diese Menschen diszipliniert werden? Sollen die ins soziale Abseits gedrängt werden, oder was ist der Sinn der Sache?“

1 Gedanke zu “Kontrovers: Nazis beim Arbeitgeber outen – Eine Blockwart-Mentalität

  1. Wer eine Existenz ruiniert soll sich nicht wundern wenn der Ruinierte, der nichts mehr zu verlieren hat vorbeikommt und basisdemokratisch mit Axt oder Küchenmesser danke sagt.
    Nur mal so zum Nachdenken, woher „rechte Gewalt“ kommt!

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