Das Thema bru57kr3b5 und die Facebook Gemeinschaftsstandards

Anzeige der TK zum Thema Brustkrebs: Brüste impossible
Anzeige der TK zum Thema Brustkrebs: Brüste impossible

Richtlinien von privaten Unternehmen entscheiden heute was wir im Alltag noch zu sehen bekommen und was tabu ist. Ein interessantes Beispiel zeigte sich mir eben bei dieser Anzeige der Techniker Krankenkasse auf Facebook. Die TK macht darin auf die Bedeutung von Brustuntersuchungen zur Früherkennung von Krebs aufmerksam. Weil „Brüste hier [auf Facebook] gerne gelöscht werden“, nutzt die TK ein sinnfreies Dummybild mit angezogenen Menschen.

Ich weiß nicht ob die TK ein gutes Bild – und das Bild ist bei Werbeanzeigen nun mal essenziell – mit einer Brust im Portfolio hat. Fakt ist aber dass Facebook für die botmäßig-rigorose Durchsetzung ihrer  „Gemeinschaftsstandards“ berüchtigt ist. Die Filterung ohne Sinn und Verstand würde eine Nutzung tatsächlich kaum möglich.

Lassen wir uns das nochmal auf der Zunge zergehen: Die größte Krankenversicherung Deutschlands kann als zahlender Werbekunde kein Bild mit einer Brust mit Brustwarze verwenden.

„Facebook schränkt die Darstellung von Nacktheit ein, da einige Zielgruppen innerhalb unserer globalen Gemeinschaft auf diese Arten von Inhalten unter Umständen sensibel reagieren können, insbesondere aufgrund ihres kulturellen Hintergrunds oder Alters.“

In ihren Richtlinien beschreibt Facebook weiter dass es notwendig sei global die gleichen Regeln zu nutzen. Anstatt Inhalte aufgrund der Herkunft des Nutzer zu filtern wie es Twitter macht, erlaubt Facebook nur den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Besonders absurd ist dies bei Werbekunden wie auch in diesem Fall, die ja gerade ein Interesse haben, dass ihre Werbung gezielt nur in Deutschland gezeigt wird.

Die steigende Macht von Filtern wie sie Facebook verwendet für unseren Alltag kann man leicht noch etwas weiter spinnen: Würde so ein Filter auf EMail angewandt, müsste die TK in ihren Mails zum Thema Brustkrebs dann wie Viagra Spammer Verballhornungen a la bru57kr3b5 nutzen um nicht ausgefiltert zu werden…

Zum Bildnachweis verweise ich auf die TK. Dort hat das Bild die URL https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/505450/Bild/71283 und der Nachweis erfolgt über https://www.tk.de/tk/tk/nutzungsbedingungen/bildnachweis/358520 – explizit gefunden habe ich das Bild oder den Urheber dort nicht.

Eine kleine Geschichte der ADHS – Vom Struwwelpeter bis „Brave New World“

ADHS 1845: Der Zappelphilipps im Struwwelpeter
ADHS 1845: Der Zappelphilipps im Struwwelpeter

Ein Text von Dr. Johannes Streif, stellvertretender Vorsitzender von ADHS Deutschland e.V. vom 22.09.2014, veröffentlicht in meinem Blog mit dessen freundlicher Genehmigung. Zur Verbesserung der Lesbarkeit und zum Hervorheben von meiner Ansicht nach Bemerkenswertem habe ich einige Formatierungen wie kursive Zitate und weitere Absätze eingefügt. Die Links sowie die Ergänzung des Titels Vom Struwwelpeter bis „Brave New World“ stammen ebenfalls von mir. Ansonsten liegt der Text bis auf einige verbesserte Tippfehler im Original vor. Kommentare, Ergänzungen und Worterklärungen von mir sind explizit als eben solche gekennzeichnet.

Eine kleine Geschichte der ADHS

Im Jahr 1871 veröffentlichte der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann, damals bereits international bekannt für sein Kinderbuch „Struwwelpeter“, in der Zeitschrift „Die Gartenlaube“ (quasi die erste BUNTE unter den deutschsprachigen Zeitschriften des 19. Jahrhunderts) einen Artikel über die Entstehungsgeschichte des bis „Harry Potter“ weltweit erfolgreichsten Kinderbuchs:

„Gegen Weihnachten des Jahres 1844, als mein ältester Sohn drei Jahre alt war, ging ich in die Stadt, um demselben zum Festgeschenke ein Bilderbuch zu kaufen, wie es der Fassungskraft des kleinen menschlichen Wesens in solchem Alter entsprechend schien. Aber was fand ich? Lange Erzählungen oder alberne Bildersammlungen, moralische Geschichten, die mit ermahnenden Vorschriften begannen und schlossen, wie: Das brave Kind muss wahrhaft sein, oder: Brave Kinder müssen sich reinlich halten.“

Hoffmann war gelangweilt von so viel moralinsaurer Biederkeit. Daher entschloss er sich, kurzerhand selbst ein Bilderbuch zu zeichnen und zu schreiben. Sein Adressat, der dreijährige Sohn Carl Philipp, soll begeistert gewesen sein, – und so waren es die Freunde der Familie, die den Vater zur Veröffentlichung drängten. Immerhin wusste der Autor, wovon er schrieb, zumal der Zappelphilipp seinen Namen wohl nicht ohne Grund erhalten hatte.

Ergänzung: Wikipedia über den Struwwelpeter und den Bezug zu psychiatrischen Krankheitsbildern:

In neuerer Zeit wurde der Struwwelpeter von der klinischen Psychologie und der Jugendpsychiatrie entdeckt. Die Beschreibungen des Zappelphilipps und zum Teil auch des Hanns Guck-in-die-Luft werden als volkstümliche Beschreibungen bzw. Symbole für Spielarten der Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS) herangezogen.[4] Dabei zeige der Zappelphilipp eine Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität („Zappeln“), weshalb diese psychische Störung im deutschsprachigen Raum zum Teil als Zappelphilipp-Syndrom bekannt geworden ist. Hanns-Guck-in-die-Luft hingegen wird zum Teil als verträumter Gegentyp gelesen, manchmal auch als Träumerle beschrieben, und vertrete demnach eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität, aber mit deutlich reduzierter Aufmerksamkeit. Demgegenüber kann der bitterböse Friederich als Beispiel für eine Störung des Sozialverhaltens gesehen werden.[5]

[4] Eduard Seidler: „Zappelphilipp“ und ADHS: Von der Unart zur Krankheit. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 101, Nr. 5, Deutscher Ärzte-Verlag, 30. Januar 2004, S. A-239 / B-207 / C-199.

[5] Nani Kail: Störungen des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalter. 2007.

Heinrich Hoffmann – Arzt und Bürger

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Es gibt keine „alternative Medizin“ und Cannabis ist keine Alternativmedizin!

„Die Behauptung, es gebe „Alternativen“ zur Medizin, ist reiner Schmarrn. Wenn eine Behandlung nachweislich funktioniert, ist sie Medizin – wenn nicht, dann Unsinn.“ – Florian Freistetter in seinem Artikel „Alternativmedizin erweitert die Engstirnigkeit der Schulmedizin“ in derstandard.at vom 26.4.2016

„Cannabis ist keine “Alternativmedizin”!“ titelt Patient Stefan Müller in einem Gastbeitrag im Blog ausnahmemedizin und schriebt weiter:

Das, was landläufig „Schulmedizin“ genannt wird, macht auch keinen Unterschied zwischen synthetisches und natürlichen Medikamenten. Die Wissenschaft versucht lediglich aus den Wirkstoffen der Natur eine standardisierte Essenz zu gewinnen und Produktionsprozesse zu etablieren. Und ja, auch Geld zu verdienen. Aber eben nicht mit „Hokuspokuspräparaten“ sondern mit Medikamenten mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Wirksamkeit und Effizienz.

Daher mein Aufruf: Verzichtet auf die Verwendung der Begriffe „Schulmedizin“ und „Alternativmedizin“! Hört auf mit dem Irrglauben, dass Cannabis eine Alternative zur „regulären Pharmazie“ ist. Cannabis ist oft eine Alternative für andere wirksame Medikamente.

Kein Täter werden

Nun fasst er einen Entschluss. Er ruft von einer Telefonzelle aus seine Krankenkasse an – aus Angst, durch seine Nummer erkannt zu werden. „Für jemanden wie Sie gibt es keine Hilfe“, wird ihm gesagt. Doch das stimmt nicht. Tobias wendet sich an das „Präventionsprojekt Dunkelfeld (kein-taeter-werden.de)“ der Berliner Charité-Klinik.taz

Wer wirklich Opfern helfen möchte, poste keine Folterung-von-Tätern-Bilder auf Facebook, sondern fordere Prävention wie das Projekt Dunkelfeld bundesweit und hilft mit dass Menschen wie Tobias von ihrer Krankenkasse oder ihrem Psychologen Hilfe statt der oben beschriebenen Antwort (oder schlimmeres) erhalten… Hier meine politischen Forderungen zum Thema.

Kombipräparate in der Kritik / Zuckersteuer

  • Viel hilft viel? – Kombipräparate in der Kritik; Bundesinstitut für Arzneimittel untersucht Nebenwirkungen von Arzneien mit mehreren Wirkstoffen; Von Eric Breitinger
  • Gesundheitspolitik – Wir brauchen eine Zuckersteuer; DIE ZEIT, Ausgabe 22, 2009; In dieser Hinsicht sind die USA mit Sicherheit vorbildlich. Sie erwägen eine Steuer auf „weißes Gift“ in Lebensmitteln – auf Zucker. Kommentar
  • „Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben!“ und was Viren mögen…

  • „Der Körper ist keine Maschine“ – Der Wunsch, 100 zu werden; Interview: Mirja Kuckuk: Wir wollen 100 werden – und nichts dafür tun. Ein neuer Ratgeber provoziert: „Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben.“
  • Lust auf Ortswechsel; Von Werner Bartens; Man kann sich gesund ernähren, früh schlafen gehen, ausreichend Sport treiben. Manchmal entpuppt sich der Wohnort als größtes Gesundheitsrisiko.
  • Die vergebliche Suche nach der Gesundheit – Krankmacher; Von Werner Bartens; Was macht krank? Dieser spannenden Frage wollten Mediziner nachgehen. Das Ergebnis ihrer Tagung: enttäuschend.
  • Viren lieben Trockenheit – Influenzaerreger bevorzugen niedrige absolute Luftfeuchtigkeit; Influenzaviren mögen eine geringe absolute Luftfeuchtigkeit und breiten sich daher in den Wintermonaten besonders gut aus. Das haben US-Wissenschaftler in einer Analyse herausgefunden, in der sie Daten zur Überlebens- und Übertragungsrate der Erreger in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit untersuchten. Nicht nur trockene, geheizte Räume boten für die Erreger bessere Bedingungen, fanden die Forscher heraus, sondern auch die Außenluft an kalten Wintertagen.
  • Rund ums Thema Impfen

  • Gesundheitspolitik – Experten wollen „Nationalen Impfplan“; Mediziner und Gesundheitspolitiker diskutieren in Mainz eine umfassende Impfstrategie für Deutschland, um Masern-Epidemien wie derzeit in Hamburg vorzubeugen.
  • Infektionskrankheit – „Mit den Masern ist nicht zu spaßen“; In Hamburg gehen die Masern um. Behörden sprechen von einer Epidemie. Woher kommen die Viren und wie gefährlich sind sie? Fragen an den Kinderarzt Ulrich Fegeler
  • Einer gegen viele – Impfstoff gegen Grippe; Von Hanno Charisius; Das Grippevirus verändert immer wieder seine Gestalt – das macht es so schwierig, sich darauf vorzubereiten. Eine jetzt entdeckte Schwachstelle könnte den Weg zu einem neuen Impfstoff ebnen.
  • Masern-Welle erfasst Deutschland; Von Christina Berndt; Allein in Hamburg wurden bereits 101 Masern-Fälle gemeldet. Experten sehen Impfmüdigkeit und ideologische Bedenken als Ursache.
  • Die Instant-Impfung; Forscher arbeiten an einem System, mit dem nicht mehr auf die Bildung von eigenen Antikörper gewartet werden muss; US-Forscher arbeiten an einer Impfung, die auf der Stelle wirkt: Es muss nicht mehr auf die Bildung körpereigener Antikörper gewartet werden, sondern es werden vielmehr Moleküle eingesetzt, die wie ein Adapter an bestehende Antikörper andocken und diesen ermöglichen, Fremdkörper zu erkennen. Die Impfung könnte gegen Krankheitserreger, Viren und Gifte eingesetzt werden. In ihren Tests entwickelten die Forscher Adaptermoleküle, die das bereits bestehende Immunsystem von Mäusen so anpassten, dass es erfolgreich Krebstumoren bekämpfte.
  • Auf dem Weg zur universellen Grippeimpfung – Forscher entdecken Angriffspunkt für Antikörper an verschiedenen Virusstämmen; US-amerikanische Forscher haben einen wichtigen Etappensieg auf dem Weg zu einer universell wirksamen Grippeimpfung geschafft: Sie konnten die Achillesferse des Grippevirus identifizieren. Es handelt sich dabei um eine Region auf der Hülle des Virus, die bei vielen unterschiedlichen Erregerstämmen genetisch stabil ist. Auf Basis dieser Entdeckung haben die Wissenschaftler um Wayne Marasco von der Harvard Medical School in Boston auch bereits Antikörper entwickelt, die gezielt an dieser Region ansetzen. In Versuchen mit Mäusen erwiesen sich diese Antikörper als hoch wirksam gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Virenstämme, darunter auch die gefürchteten Erreger der spanischen Grippe und der Vogelgrippe.
  • Wie tödlich wäre eine Grippe-Pandemie wie die von 1918? Florian Rötzer 04.03.2009; Der Influenza-A-Virus wird gegenwärtig gegenüber Antivirenmittel resistenter, aber Untersuchungen deuten darauf hin, dass 1918 die meisten Menschen nicht an der Grippe selbst starben
  • Erwachsene vernachlässigen Impfungen – Lotterie mit der Gesundheit VON KARL-HEINZ KARISCH
  • Der lange Weg zum Impfstoff
  • Ernährung

  • Ernährung – Die Kunst des Essens; Von Udo Badelt; ZEIT ONLINE, Tagesspiegel 9.2.2009; Die Deutschen ändern ihre Essgewohnheiten – zum Schlechten. Warum werden wir immer dicker und welchen Einfluss haben fettleibige Mütter auf ihren ungeborenen Nachwuchs?
  • FORSCHUNG AKTUELL 10.02.2009; Erste Produkte für den Umami-Rezeptor helfen, Zucker und Süßstoff bei Lebensmitteln einzusparen; Geschmacksverstärker können Zuckergehalt von Lebensmitteln mindern Von Volker Mrasek
  • Personal Health – America’s Diet: Too Sweet by the Spoonful; By JANE E. BRODY; Published: February 9, 2009; How sweet it is! The American diet, that is. While the current recommendation is a maximum intake of eight teaspoons of sugars a day, one 12-ounce can of regular soda (or a 20-ounce bottle of VitaminWater) delivers eight or nine teaspoons. That means you are at or over the limit before you’ve eaten a single cookie or container of fruit-flavored yogurt, or even some commercial tomato soups or salad dressings with added sugars. The result is an average daily intake of more than 20 teaspoons of sweet calories.
  • Moree than 3m Britons at risk of malnutrition, reports says; John Carvel, social affairs editor; guardian.co.uk, Tuesday 10 February 2009
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